Monsignore Bernhard Auel

 

 

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Bonn, 01. Juli 2020

Liebe Schützenschwestern und Schützenbrüder,

 

wenn ich auch nicht mehr Euer Bezirkspräses bin, so lässt mich dennoch nicht unberührt, dass Sie in diesem Jahr so sehr durch die Corona-Pandemie ausgebremst sind. Schützenfeste und Versammlungen können nicht stattfinden. Dabei ist doch gerade das Miteinander, das Gemeinsame eine der Grundsäulen unserer Bruderschaften. In den drei Kernworten Glaube, Sitte und Heimat wird dies programmatisch deutlich.

 

Da war es besonders schmerzlich, dass wir für viele Woche nicht einmal mehr miteinander Gottesdienst feiern konnten, und auch heute ist es nur möglich unter Beachtung wichtiger Regeln. Dabei kann unser Glaube sehr wohl gerade in dieser Zeit eine Stütze sein, bekommt das Gebet eine vielleicht lange nicht mehr empfundene Bedeutung. Ich merke das bei mir selber, denn ich lebe ein wenig wie ein Einsiedler. Auf Raten meines Arztes beschränke ich meine Kontakte auf ein Minimum. Dafür merke ich, wie das Gebet am Morgen wie am Abend mehr noch als früher seinen festen Platz hat und auch bewusster geschieht. Glaube - das bedeutet: Gott ist uns nahe, der Kontakt mit ihm ist immer möglich und erlaubt. Lassen wir uns darin nicht durch mediale Meldungen aus der Fassung bringen, wenn es zum Beispiel in einer Meldung heißt, dass nur 20 Prozent der Bundesbürger der Meinung seien, dass die Kirchen in Deutschland eine wichtige Stimme für die Gesellschaft sind. Sorgen wir mit, dass dies in unseren Gemeinschaften und Orten nicht so ist. Bleiben wir dem Glauben treu, wie wir es bei unseren Patronatsfesten immer wieder neu versprochen haben.

 

Übernehmen wir dafür unseren Mitgliedern, vor allem den Jugendlichen und Kindern, die Verantwortung. Genau das steht doch hinter dem Wort Sitte auf unseren Fahnen. Nachdem mehr und mehr Lockerungen das öffentliche Leben bestimmen, ist es umso wichtiger, dass wir die weiter bestehenden Hygieneregeln gewissenhaft beachten, auch wenn Masken und Abstandsregeln lästig sein können. Es wäre doch schlimm, wenn durch leichtfertiges Verhalten nicht nur wir selbst, sondern auch andere gefährdet würden, wenn dann wieder wie z.B. im Kreis Gütersloh strengere Auflagen die Folge wären. Seien wir als Schützenschwestern und Schützenbrüder ganz bewusst Vorbilder in diesen Tagen.

 

Gerade in den kleineren Orten, den Dörfern, haben doch unsere Bruderschaften einen festen Platz, prägen das Dorfleben sichtbar mit. Das Stichwort Heimat mag dafür stehen. Aber wie schwer kann es werden, ja auch wie einsam, wenn wir dies nicht miteinander erleben, erfahren können. Vor allem unsere älteren Mitbürger haben dies sicher erdulden müssen, weil Be-suche, persönliche Kontakte nicht möglich waren. Vergessen wir dabei nicht die, die zwar nicht aus unserem Land kommen, aber doch schon lange mit uns im Ort leben. Schlimm, wenn so genannte Migranten plötzlich ausgegrenzt werden. Ich erinnere immer wieder gerne an eine Aussage von Kardinal Höffner, der mich 1970 zum Priester geweiht hat. Er betonte immer wieder: „In der Kirche gibt es keine Ausländer, weil wir alle dazu gehören, gleich wo-her wir kommen.“ Achten wir darum immer wieder auf ein gutes Klima des Miteinander, das genauso wichtig ist wie das ökologische Thema des Klimawandels. Lernen wir aus dem Erleben der Pandemie, denn zukünftig kann es nicht einfach so weiter gehen wir vor Corona.

 

Liebe Schützenschwestern, liebe Schützenbrüder,

seit von ganzem Herzen gegrüßt aus meiner Einsiedelei in Bonn. Ihr bleibt unvergessen.

 

Euer ehemaliger Bezirkspäses

Berndhard Auel

 

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Liebe Mitglieder,

nachfolgend geben wir Euch den aktuellen Sachstand im Hinblick auf das Corona-Virus aus Sicht des Diözesanbundesmeister Robert Hoppe wider:

Wir machen weiter - mit und trotz Corona

Liebe Schützen und Schützenfrauen – jung wie alt –,
Majestäten und Vorstandsmitglieder in all den Bruderschaften und Bezirken in unserem Diözesanverband Köln,

nachdem das Land NRW Mitte April ein Veranstaltungsverbot für alle Großveranstaltungen in unserem Land ausgesprochen hat, wurde es auch in den Mitgliedsbruderschaften unseres Diözesanverbandes sehr unruhig.
Große Vereine, die ihre Feste eh als Großveranstaltung durchführen, hatten Planungssicherheit, aber die Mehrzahl der kleineren Vereine war eher verunsichert und zwischen Solidaritätsbekundungen in einzelnen Bezirksverbänden, basierend auf einer Ad hoc-Bauchentscheidung nach dem gesunden Menschenverstand bis hin zu einer abwartenden Situation in Erwartung einer rechtlichen Klarstellung hin und hergerissen.

All Eure Rück- und Sachstandsmeldungen in der Zeit nach Ostern waren uns im Diözesanvorstand aber auch dem Vorstand des BdSJ-DV Köln um Diözesanjungschützenmeister Simon Magnin hilfreiche Informationen in der Entscheidungsfindung.

Seit dem ersten Maiwochenende haben wir nun die so dringend erwartete Klarstellung der Landesregierung, die nun in der Coronaschutzverordnung des Landes (CoronaSchVO) in der gültigen Fassung ab dem 04.05.2020 definiert hat, dass u.a. alle Volksfeste, Kirmesveranstaltungen und Schützenfeste bis mindestes zum 31.08.2020 untersagt sind. Und ich gehe – wie viele andere Schützenschwestern und -brüder – nicht davon aus, dass am 01.09.2020 „wieder alles beim alten“ ist.

Unsere Festveranstaltungen leben ganzjährig von einem vertrauten und freundschaftlich verbindenden Miteinander. Das Gebot der Stunde ist und wird auch für die nächsten Monate weiterhin noch lauten: Abstand halten und Distanz wahren. Denn wer möchte verantworten, dass womöglich ein Schützenfest als Auslöser einer neuerlichen Infektionswelle identifiziert wird?
Trotz allem möchten wir auch an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass die entsprechende Anordnung der jeweiligen Kommune Voraussetzung dafür ist, um keinen Regressansprüchen ausgesetzt zu sein. Das trifft für kleine wie für große Veranstaltungen nach dem 31.08.2020 zu.

Aus vielen Rückmeldungen wissen wir, dass sie alle nicht wirklich ihr bisherigeres Königsspiel genießen konnten, da alle Veranstaltungen abgesagt sind. Daher ist absehbar, dass es das einfachste ist, das Königsjahr 2020 einfach ruhend stellen und in 2021 mit unseren amtierenden Majestäten wieder durchzustarten.

Unser Diözesankönigspaar Andres Zündorf und Yvonne Treml wie auch unsere Nachwuchsmajestäten, Diözesanbambiniprinz Paul Cedrik Profit-lich, Diözesanschülerprinz Yousif Deesha und unsere Diözesanprinzessin Lena Froitzheim haben sich auf Befragen gerne zu diesem Schritt bereiterklärt.

Der BdSJ-DV Köln wird folglich in diesem Jahr kein Diözesanschießen bzw. Diözesanwettbewerb veranstalten, um Diözesanmajestäten 2020 zu ermitteln. Unser Jungschützenverband hat sich hier im Sinne der Einheitlichkeit im Bund der St. Sebastianus Schützenjugend mit den anderen Diözesanverbänden ab-gestimmt, die genauso verfahren werden. 

In der Ausschreibung für das nächste Jahr wird dieses „verlorene“ Jahr dann berücksichtigt und die Altersgrenze flexibel gehandhabt. So können dann m Diözesanprinzenschießen die Jahrgänge 1996 bis 2004, am Diözesanschülerprinzenschießen die Jahrgänge 2004 und jünger sowie am Diözesanbambini-Wettbewerb die Jahrgänge 2008 und jünger teilnehmen. Natürlich zählen die Teilnehmer*innen aus dem Jahrgang 1996 bereits als Schützen, die Teilnehmer*innen aus dem Jahrgang 2004 genauso als Jungschützen oder die Teilnehmer*innen aus dem Jahrgang 2008 als Schülerschützen. Die Jungschützenverantwortlichen haben sich hier dazu entschieden die Ausschreibung an dieser Stelle über die Altersklassen zu öffnen, damit jeder die Chance hat, die Würde der Diözesanmajestäten zu erringen und niemand durch das Corona-Jahr 2020 hinten runterfällt. Es wird jedoch, für die angesprochenen Jahrgänge keine Wahlmöglichkeit für die Teilnahme an einem Wettbewerb in einer bestimmten Klasse geben. Entscheidend für die Startberechtigung beim DJT 2021 ist, im Rahmen der oben genannten Jahrgänge, die Meldung der Bezirke. Für Fragen zu dieser Regelung wendet euch bitte direkt an den Diözesanjungschützenmeister Simon Magnin.

Der ein oder andere Bezirksverband hat für 2020 bereits seine Majestäten ermittelt, die dieses Jahr nicht um die Würde der Diözesanmajestät streiten können. Hier hat sich der Diözesanjungschützenvorstand darauf geeinigt, dass diese Majestäten zusätzlich zur Bezirksmajestät aus 2021 startberechtigt sind, um auch diese Majestäten nicht ihrer Chance zu berauben. Diese Majestäten müssen jedoch bis zum 25.05.2020 an den Diözesanverband gemeldet sein, um die Startberechtigung für 2021 zu wahren.

Zur Regelung hinsichtlich des Bundesjungschützentages wird es zeitnah eine Information des Bundesvorstandes geben. In Absprache mit den Diözesanjungschützenmeistern der anderen Diözesanverbänden konnte hier eine gemeinsame Lösung aufgezeigt werden, die nun mit dem Ausrichter besprochen wird.

Auch im Erwachsenen-Bereich der Schützen in unserem Diözesanverband möchten wir ein einheitliches Vorgehen erreichen.

Den vielen Rückmeldungen aus Euren Bezirken mussten wir entnehmen, dass es vielerorts wie auch im Jungschützenbereich gar nicht möglich war und ist, neue königliche Repräsentanten zu ermitteln. Resultierend daraus haben sich landauf, landab amtierende Majestäten gerne bereit erklärt, ihr Repräsentantenamt – genau wie unsere Diözesanmajestäten – einfach um ein Jahr zu ver-längern.

Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, möchten wir gerne in 2020 grundsätzlich auf eine neue Bezirksmajestätenermittlung in unserem Diözesanverband verzichten und würden demzufolge – sollte überhaupt ein Bundesschützenfest 2020 stattfinden – hier ohne Kandidaten aus unserem Diözesanver-band antreten und 2021 mit den Bezirksmajestäten, die jetzt in diesem Jahr nicht zum Zuge kommen, dann zum nächstjährigen Bundesschützenfest durchstarten.

 

Liebe Schützen und Schützenfrauen in unserem Verband,

auch uns als Diözesanvorstand, unseren Jungschützenvertretern, unseren Vertretern im Schießsportbereich und auch mir als Diözesanbundesmeister blutet das Herz, unsere Festveranstaltungen, sportlichen Vergleichswettkämpfe und Jubiläen in 2020 nicht mitfeiern bzw. durchführen zu können.

Ich glaube zu Beginn einer neuen Legislaturperiode hätten wir uns alle liebend gerne gefreut auf viele interessante und vielleicht auch neue Begegnungen.

Auch mit Blick auf die im Zuge der Lockerungen der „Corona“-bedingten Einschränkungen immer lauter werdenden Fragen nach der Wiederaufnahme des schießsportlichen Trainingsbetriebes raten wir sehr zur Umsicht und zu einem eher zurückhaltenden Umgang mit den jetzt evtl. möglichen „Freiheiten“.

Stattdessen freue ich mich persönlich sehr über Eure Mails und über Eure Anrufe, die uns allen signalisieren, es geht irgendwie weiter und alles Negative hat auch seine positiven Seiten und Aspekte.

So freuen wir uns sehr zu erfahren, wie viel ehrenamtliches und persönliches Engagement in unserem Diözesanverband aktuell in den unterschiedlichsten Varianten erlebbar ist, sei es in der Nachbarschaftshilfe, für caritative Einrichtungen, oder wenn Eltern es trotz Homeoffice und aller aktuellen, beruflichen Belastungen auch noch schaffen, ihren Kindern ein strukturiertes und inhaltsreiches Familienleben zu bieten.

Unser Diözesankönigspaar Andreas und Yvonne, die Vorstände der Jung-, Alt- und Sportschützen, wir alle drücken Euch die Daumen, bleibt alle gesund, lasst nicht nach in Eurer Freude an unserem Schützenbrauchtum durch diese Zeit der Krise hindurch. Wir alle freuen uns schon heute auf viele schöne Treffen und Gespräche in besseren Zeiten.

Mit einem herzlichen „Glück Auf“ grüße ich Euch alle für den Vorstand unseres Diözesanverbandes Köln

Euer
Robert Hoppe
Diözesanbundesmeister

gemeinsam mit

Simon Magnin                           Jörg Abel
Diözesanjungschützenmeister   Diözesanschießmeister

Grevenbroich, im Mai 2020

 

 

   
© St. Hubertus Schützenbruderschaft Rövenich